Fasnachtsfeuer Wittnau

Sonderausgabe Adlerauge 2018 (8.12.2018)
Zum Einen Nachforschung und viel Wissenswertes über den alten Wittnauer Brauch doch Mythen und Geschichten bleiben. Zwei Lesenswerte Broschüren und auf Umwegen hat auch die Gemeinde Beitrag geleistet und könnte mit dem Sparschwein bereits in die Nacht geleuchtet haben. (1993 und 2010)
175 Jahre Aargau wurde 1978 zu einem Sonderfall der Unterdörfler, im Aargauerwappen wurden die Flüsse und die Sterne falsch eingesetzt. Genau vor 40 Jahren ist diesses Maleur passiert und ich habe in meinem Film und Fotoarchiv nachgeschaut siehe  (Siehe Fasnachtsfeuer 2019)

Mein Feuer für die Wittnauer Fasnachtsfeuer (04.03.2019)
Im November hat die Redaktion "adler auge" mit 2 Broschüren den Brauch der Fasnachtsfeuer sehr ausführlich beschrieben und dokumentiert.
Seit 1970 habe ich für Zeitungen mit Text und ab 1976 mit Fotos über die Fasnachtsfeuer berichtet. Meine Berichte hatten verschiedene Kürzel, zum Teil mit dem Namen oder (BK) (kb) usw.
Der Aufwand am Fasnachtsfeuer Sonntag für die Berichte  von Text und Fotos. Am Nachmittag je einen Besuch bei den "Obern" und den "Untern" bei den Vorbereitungen. Am Abend ab Stativ fotografieren, den Film entwickeln, je die schwarzweiss Bilder vergrössern, dazwischen den Text fertig schreiben. Gegen Mitternacht konnte ich die Briefe beim Bahnhof Frick oder bei den Redaktionen einwerfen, später per Mail zustellen.
Im Wandel der Zeit
Von 1977 bis 2001 waren die Bilder ab schwarzweiss Film, Bildformat 7 x 10 cm. Ab 2002 bis 2005 erfolgten die Aufanhmen farbig und digital. Seit 1988 der 1. Ausgabe der Dorfchronik  *adler auge"  habe ich die Bilder zur Ferfügung gestellt. Bedeingt durch meine Prothese habe ich einen Nachfolger zum Fotografieren gesucht, so hat Remo Metzger von 2006 bis 2012 zur Verfügung gestellt. 2013 kam es zu Problemen mit der Bildbeschaffung und ich begann wieder mit einer Digitalkamera zu fotografieren. Für ins "adler auge" macht seither Jürg Müller die Fotos.
Fotos und Berichte über die Fasnachtsfeuer
Ob auf Film, mit Bildern, und Digital bin ich seit seit 1979 bis heute dokumentiert. Es war damals  Schreiner meister August Studer, ich wurde von ihm eingeladen, er zeigte mir im Unterrgeschoss das grosse Wasserrad, in der Schreinerei die Transmission für den Antriebe der Maschinen. Am runden Tisch in de Stube übergab er mir einige Dokumente über die Fasnachtsfeuer dabei eine Kopie aus dem "Nationalkaländer von 1924/25" auf den Seiten 77 bis 80 den von E. Beck, Wittnau verfassten Bericht " Von Wittnau und seinen Fasnachtsfeuer". (Untenstehend) Ein weiteres Thema war war die Wasserversorgung für das dorf, er würde es schätzen wen ich seine Tätigkeit als Korrespondend übernehemen würde.
Zur Sonderausgabe "adler auge" 2018
Seiten24 "125 Jahre Jubiläum Kanton Aargau" dieses Bild ist eine Fotomontage, das Wappen auf dem Homberg war tatsächlich verkehrt, die Sterne links und die Flüsse rechts. in diesem Jubiläumsjahr habe ich in meinem Bericht, Texte aus dem Nationalkaländer von E. Beck mit Angabe der Herkunft verwendet.
Auf den Seiten 30/31/32 sind von 2018 rückwärts bis 1900 die Sujets der Fasnachtsfeuer aufgeführt. Auf meiner Homepage finden Sie diese seit 1976 bis 2018, Wenn es nicht meine eigenen Fotos sind so habe ich die Autoren aufgeführt.

Von Wittnau und seinen Fasnachtsfeuern von E. Beck, seit 1885 Lehrer im Dorf, hat im Eidgenössischen Nationalkaländer von 1924 berichtet. Wer den tieferen Sinn der Fastnachsfeuer verstehen will, muss ins graue Altertum zurückblicken. Unsere Voreltern, die rauflustigen Alemannen verehrten in ihrem manigfaltigen Aberglauben die Körpererscheinungen und Kräfte der Natur, welche sie personifizierten und als Ganz oder Halbgottheiten fürchteten. Jhre Opfer und Gebete galten der Abwehr der bösen Absichten dieser Geister. Zu den Sühne-Opfern gehörten die Frühlingsfeuer und Umzüge, welche zu ehren des Gottes Thor (Donar) und seiner Schwester Ostera, der Frühlingsgöttin, veranstaltet wurden. Nach der Christianisierung des Volkes durch den irischen Glaubensboten Fridolin (Säckingen) blieben manche heidnische Bräuche erhalten, bekamen aber christliche Bedeutung.
Die Frühlingsfeier wurde zur Auferstehungsfeier unseres Herrn Jesu Christ und erhielt den namen Ostern (Ostera) die Umzüge gestalteten sich Prozessionen (Bittgängen) die Feueropfer verlegte man in die Zeit der alten Fastnacht. Sie sollten den Anbruch des Frühlings verkünden. In diesem Sinne werden sie heute gefeiert, allerdings mit mehr vaterländischem Einschlag als früher.
Die Wittnauer Fasnachtsfeuer grüssen jeweils von den Abhängen des Homberges und Lindbergs, neuestens auch von der Homberger Schlossruine ins Tal hernieder. Man bildet Zeichen von Buchstaben, Zahlen, Wappen z.B. IHS, 1924. Am Abhange des Homberges leuchtende Jahreszahl und die am Gipfel prangenden Buchstaben I H S (Jesus Himmels-Sohn)Es sind die Schulknaben des Dorfes, welche diese Feuerzeichen mit viel Geduld hervorzaubern und erglänzen lassen. Fackelzüge von den Höhen ins Dorf kommen dazu. Die Jungen Ehemänner des vergangenen Jahres haben die ehre, das mit Oel getränkte Reis anzünden zu dürfen, nachdem die Bettzeitglocken verstummt und an Ort und Stelle gemeinsam ein Gebet verrichtet worden ist. Ihnen liegt auch die Pflicht ob, die auslagen für verwendetes Petrol und das nachfolgende Trünklein der Schulknaben zu decken. 
Diese Fasnachtsfeuer beschäftigen die Knaben schon bald nach Neujahr. Sonntag um Sonntag sammeln sie dürre *Stauden in zwei Remisen. Sie teilen sich in zwei Parteien, die „Untern“ und die „Obern“ und eine sucht der anderen Vorteil des „Schöneren“ abzugewinnen, was nachträglich lärmenden Schulf-zenen führt, indem jede Partei gesiegt haben will. Eine mühsame Arbeit ist der Transport der gesammelten Stauden* an die von Holz freigelassenen  Plätze der beiden Berg-hänge. Fuhrleute führen es in die mögliche Nähe, die Knaben tragen es schweisstriefend an die bezeichneten Stellen und werden so der Wahrheit inne:
Das Feuer bringt Leben, das Feuer schafft Kraft.
Zum Schlusse sei noch erwähnt, dass die Wittnauer mit grosser Liebe ihrer angestammten Heimat zugetan sind. Leute die das Schicksal fortgeleitet hat, kehren zu gelegen Zeiten gerne wieder in ihre alte Heimat zurück. Wo sie in traulichen Gespräch mit Verwandten und Bekannten Erinnerungen aus jungen Tagen wachrufen und und neuen Mut schöpfen fürs irdische Dasein. Originaltext.
                                                                                                                             

Was hat geändert: (bearbeitet K. Bischofsberger)
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden je grosse Gerüste gebaut und mit Petrol-Fackeln „Fachteln“ konnten präzise Sujets oder Worte geschrieben werden.
* Stauden damit wurden Reisigwellen gemeint, in jedem Bauernhaus gab es früher einen Holzofen zum Backen von Brot. Diese Ofen wurden mit Reisigwellen aufgeheizt, die Ortsbürger erhielten als Anteil vom Wald eine Anzahl von Wellen (Bürdeli). Mit dem Einzug der Oelheizungen wurden immer weniger Wellen gebraucht und in den Häusern gelagert.
Die Jahreszahl im Unterdorf wird nach wie vor auf diese ursprüngliche Weise geschrieben, die notwendige Anzahl Wellen werden im Voraus mit Freiwilligen produziert und gelagert.