ISOS Ortsbild-Schutz 18

Die Konflikte werden bleiben!
Mit der öffentlichen Auflage vom August sind die "neuen" oder geänderten Regeln bekannt, doch die immer wieder kritisierten Vorschriften, Bestimmungen werden wohl kaum Abhilfe schaffen für die Genehmigungsverfahren, es scheint nicht möglich zu sein, die Rückseiten der Häuser dem strengen Regime der strassenzugewannten Seite zu entziehen oder  zu differenzieren.
Das Ortsbild Wittnau ist von nationaler Bedeutung
Ein Ortsbild Wittnau mit Bedeutung, seit dem 1. Inventar 1976/77 und der Anwendung von Schutzbestimmungen bietet diese Verpflichtung immer wieder Stoff für Konflikte. Betroffene Eigentümer fühlen sich eingeschränkt, die Meinungen der Experten sorgen für Unverständnis und die Behörden (Entscheidungsträger) stehen zwischen Hammer und Ambos.
1974 wurden die Gemeinden verpflichten (BauG) eine Bau-und Nutzungsordnung für das Baugebiet zu schaffen. Im September 1973 und im Juni 1978 wurden von der Gemeinde Beschlüsse gefasst diese wurden 1976 und 78 vom Grossen Rat genehmigt und durch den Regierungsrat 1976 / 1978 in Kraft gesetzt. In dieser 1. Bauordnung (BO)stand noch kein Wort von Ortsbildschutz.

ISOS Inventar schützenswerter Ortsbilder
Im Auftrag des Bundes wurde im August 1976 eine 1. Fassung vom Inventar Wittnau mit Schutzempfehlungen öffentlich bekannt, erstellt durch das Architekturbüro S. Heusser-Keller, Zürich. Der damalige Gemeinderat hatte keine Informationen. Als Grossrat erkundigte ich mich bei der kantonalen Fachstelle und erhielt die Kopien über ISOS Wittnau. Bedingt durch die laufende Güterregulierung war zu erwarten, dass einige Bauernhäuser im Dorf umgebaut werden.
Und wiederum wurde per Gesetz eine Revision verlangt, die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) muss für das ganze Gemeindegebiet geplant und beschlossen werden. In der Amtsperiode 1982-86 wurde die Revision mit einem Fachbüro aus Aarau, J. Bachmann als verantwortlicher Planer gestartet. Im Unterdorf begann der Innerortsausbau der Hauptstrasse. Auch diese Bauleitung, Koch und Partner, Laufenburg, P. Hoffmann, Ingenieur war immer wieder gefordert vom Ortsbild.
Dieses Haus war 1986 das Musterpeispiel für das Ortsbild, die Scheune blieb erhalten, die Oeffnungen hatten alle eine Einfassung und Fenster-läden und auch farblich i.O.
Nach 1900 entstanden einige Häuser "wie die alte Post" die Krone und das Haus Sägerei Schmid im Oberdorf, mit Walmdach und Aufbauten und Vorgarten, Auch diese wenigen Bauten gehören zum Ortsbild und stehen als Einzelbauten.
Die wandelbaren Meinungen der Experten
Als ich 1986 als Gemeindeammann in diese Aufgaben hinein kam, benötigte der neu gewählte Gemeinderat vorab eine  Informationsrunde über die laufenden Projekte, a, Innerortsausbau, b, Revision der BNO, c, Wasserversorgung, , d. Revisionen und Bau öffentlicher Gebäude etc. Nach diesen Orientierungen mussten dringend Entscheidungen getroffen werden, vom Gemeinderat sowie durch Anträge und Beschlüsse von der Gemeindeversammlung. So wurde auch das Ortsbild zum dringenden Kernthema, im Unterdorf gab es bereits „gute Beispiele“ aber ebenso „Sündenfälle“ wie von den Fachleuten geschildert wurde. Noch1986 lag die Diplomarbeit eines Architekturstudenten vor, mit einem Inventar (Kernzone) sowie Vorschläge und Richtlinien für in die BNO.
Die Kernzone umfasste die Häuser inklusive Hinterhöfe und Gärten.
Vorwiegend die Bauten welche vor 1900 gebaut wurden prägten das Ortsbild entlang der Haupt- und der Kirchbach-Strasse. Wir wollen dieses „Ortsbild hegen und pflegen aber wir wollen kein Museum“! Lautete die Formulierung der Gruppe welche ich leitete und Hochreuter Peter den Gemeinderat vertrat.

Der gelungene Umbau 2017 jetzt Scholer Michael
Die Liegenschaft ehemals, "Michelis Karli" Schmid
Beim Buswendeplatz im Oberdorf / Obere Gasse.
So sah dieser Ortsteil vor dem Brand aus, das Wohnhaus rechts galt als Muster für das "Ortsbild"
Die Meinungen sind sehr unterschiedlich über diesen Neubau oder hat ein andere Experte sein Sachverständnis verwirklicht!