Wegunterhalt 10.2018

Einmischen oder Schweigen? Zwischen diesen beiden Begriffen bewegen sich die Meinungen über ehemals politisch tätige Personen, ehrenamtliche Funktionen und Tätigkeiten  Ja, hingegen berufliches Fachwissen soll Schweigen, Nein. Darum habe ich mein Denken nicht ausgeschaltet oder abgeben.

Bauamt wie weiter?
September, 2018  Auf Ende November,  nach nur zwei Jahren Dienst als Leiter des Bauamtes hat Urs Schmid gekündigt, die grosse Hoffnung, insbesondere für den Wegunterhalt wie für die von der Regulierung gebauten Anlagen, bleiben weiterhin auf dem Pfad der Abnützung. Nach einem Gespräch mit ihm über die von der BVG an die Gemeinde abgelieferten Unterlagen wie den Unterhaltsplan mit den Angaben, Nummerrierung aller Weg, Länge und Profil der Ausführung. Den Ableitungen, Entwässerungen mit den zuge-hörigen Tabellen bekam ich keine Antwort. Und ich Frage einmal mehr, warum  und wofür mussten diese aufwändigen Unter-haltspläne mit Wegreglement erstellt werden? Hinweise in den Gemeindenachrichten finden kaum Beachtung! Wo bleibt der Vollzug?

06.12.2016  Am 1. Oktober 2016  hat Urs Schmid als Leiter Bauamt die Arbeit angetreten. In der NFZ 1.11.2016 hat die Gemeinde über die Neuorganisation des Gemeindewerkes berichtet.
Sein Einsatz ist bereits ersichtlich bei den inzwischen ausgeführten Arbeiten. Dem Nachfolgenden Text ist zu entnehmen dass ich Gelegenheit hatte mit GA Müller Werner und Gemeinderätin Anne Marie Hänggi über das Thema Unterhalt / Werterhaltung zu sprechen. Nach den Wirrungen um die anonymen Briefe mit mir als Zielscheibe hatte ich mehrmals versucht das Thema Unterhalt bei den Behörden anzubringen und es gab keine Möglichkeit den fachlichen Teil sowie die Organisation bis 1994 sowie die 1998 an die Gemeinde übergebenen  Akten  mit den dazu notwendigen Erklärungen abzuschliessen. Bedingt durch die Vermessung konnten die teils ergänzenden Pläne und  Akten erst nach meinem Auscheiden aus dem Gemeinderat fertig gestellt werden. Alle Versuche diese technischen und fachlichen Akten zu begründen fanden nie statt.
Die nachfolgenden Ausführungen sind Ausführungen zur Geschichte sowie auch Kritik mit Bildern.
Am Ende hat es noch Ausführungen über die Veranstaltung vom 18.11.2015 in der Krone und wünsche dem Bauamtleiter viel Erfolg

Am 3. Dezember 2015 fand eine Besprechung statt mit GA Müller Werner und Anne Marie Hänggi, Gemeinderätin, meine Ausführungen über die bis 1994 geübte Praxis wurden Angehört. Warum und wo sind die ehemahligen schriftlichen Unterlagen verschwunden, von Frau Hänggi bemerkte ich Interesse, doch meine geschichtlichen Ausführungen werden von GA Müller nicht ernst genommen, ich meine die Gemeinde trägt den Schaden für alle Versäumnisse. Wo stecken die Unterhaltspläne, die schriftlichen Unterlagen wie Tabellen etc.?
Wegunterhalt Gemeindewerke                                                 
Grundsätzlich sollten alle Werke einer Gemeinde gepflegt und unterhalten werden. Die Instandhaltung sowie die vorbeugenden Massnahmen dienen der Werterhaltung für ihrer Investitionen.
Im Anzeiger vom 22.Oktober hat der Gemeinderat die Traktanden für die Gemeindeversammlung vom 26.11.2015 veröffentlicht.
Trakt. 2, Neuorganisation Gemeindewerk. Trakt. 3, Sanierung Altenbergstrasse für Fr. 160‘000. Diese Ankündigung hat einige Reaktionen ausgelöst, war der bisherige Unterhalt genügend und wie viele solche teure Sanierungen fallen in den nächsten Jahren noch an?
Ein Zitat.
In einem Bericht in Info Fricktal, äusserte sich Gemeindeammann Thomas Dinkel, Zeihen „Vor lauter Sparen haben wir in der Vergangenheit den Unterhalt vernachlässigt. Nun sitzen wir auf tickenden Zeitbomben, die wir unbedingt angehen müssen“ Trifft dies auch für die Gemeinde Wittnau zu?

Alles hat eine Geschichte, die Güterregulierung war die grosse Investition.
Von der Bodenverbesserungsgenossenschaft (BVG) wurden für die Melioration von 1966 – 1997 insgesamt CHF 13,3 Mio investiert, von der Planung bis zum Abschluss aller Bauten.
Aufwendungen: Die 39,7 Km Wege und Strassen kosteten Fr. 4,6 Mio. Die 26,6 Km Ableitungen, Entwässerungen, Schächte, Einlaufwerke Fr. 1.47 Mio. Der Bund zahlte Beiträge von Fr. 4,98 Mio und der Kanton Fr 4,41 Mio leiste Subventionen von Fr. 9.939 Mio es wurden somit über 70% an die Kosten beigesteuert. Alle Werke mussten nach den Vorgaben (Normen des Bundes) ausgeführt werden. Die Ausführungs- und Kosten-kontrolle erfolgte laufend durch das Meliorationsamt.
Nach vorheriger Instandstellung erfolgte 1985 die Übergabe an die Gemeinde.
Bis Ende 1993 wurde der Unterhalt durch das Gemeindewerk weiter betrieben wie zuvor von der BVG, der Gemeindeförster war für die Organisation zuständig und von nebenamtlichen Mitarbeitern ausgeführt. Aufgeteilt in jährliche Arbeiten, Schachteinläufe frei legen, seitliche Entwässerungen, Auskehren/Abschläge anlegen, Zustands Kontrolle, der Strassen und Hauptwege, Einlaufwerke und, Ableitungen, Verlandungen in Bachläufen beobachten, und nach einem 7 Jahresplan wurden grössere Unterhaltsarbeiten, Ableitungen spülen, Abranden und die Wege und Strassen vor Verschleiss schützen.
Schon von der BVG verlangte das Meliorationsamt eine Unterhaltsorganisation. Fachleute des Amtes standen für die Beratung zur Verfügung ein erstes Unterhalts-Regelwerk wurde an einer BVG GV 1982 behandelt (Weisung betr. Sicherung und Unterhalt subv. Meliorationswerke)und in der Folge auch von der Gemeinde revidiert und beschlossen. Siehe Unterhaltsreglement 1.12.1999 beschlossen

Ableitungsschächte


(Bild links) Wie soll das Wasser in den Schacht fliessen, er steht auf einen soliden Betonfundament, während sich die Sickerung gesetzt hat und es müsste der oberste Schacht teil mit einem kürzeren Ring ausgetauscht werden.
(Bild rechts) Das Regenwasser fliesst in der Spurrinne des Weges weil die seitliche Entwässerung/Abschlag fehlt und der Schacht im Graben nicht frei gelegt ist. Gallerie könnte beliebig erweitert werden. Nachfolgend die Regeln von damals!


Alle "Wegmacher" erhielten diese Instruktion
Ab 1994 wurde der Unterhalt welcher zuvor recht gut funktionierte reduziert.
Bedingt durch die tiefen Holzerträge mussten ab 1991/92 für das Forstpersonal Aufträge gesucht werden, für den Wegunterhalt musste die Einwohnergemeinde aufkommen und als Entlastung für die OBG wurde dieser Unterhalt übernommen. (Als Gegenleistung erhalten die Einwohner die Weihnachtsbäume gratis) Bis zur Pensionierung war der Förster Gemeindewerksleiter. Ab der Amtsperiode 1994 wurde die vorbeugende Instandhaltung reduziert. Nach einer Diplomarbeit vom damaligen Gemeindeschreiber blieb nicht mehr viel übrig von der zuvor bewährten Unterhalts-organisation.
1997 an der Auflösungsversammlung der BVG wurden dem Gemeinderat die vollständigen Unterhaltspläne (Neuvermessung) übergeben. Der Leiter des Meliorationsamtes dankte für die gleisten Arbeiten und verwies auf die Verantwortung und sorgfältigen Umgang mit den Anlagen. Die BVG, wie der technische Leiter boten weiterhin die Mitarbeit an, wurde aber nie beansprucht. 28.05.2004 Gd.V erneut Begehren um Anhörung erfolglos!
Alle späteren Bemühungen um über das Thema Unterhalt bei den Gemeindebehörden angehört zu werden blieben auf der Stecke.
Zusammenfassung:
Die Gemeinde verfügt über ein Unterhaltsreglement, sowie Unterhalts- und Entwässerungspläne, eine Wegetabelle, Anleitungen usw. Der Gemeinderat ist für den Vollzug verantwortlich. Er hat die Pflicht, die zuständigen Personen entsprechend zu führen und die geforderten Aufträge ebenso für die Benutzer zu vollziehen. Es braucht Leistungs-vereinbarungen für die Wegmacher wie für Aufträge an Unternehmen, nur so können die Kosten wie die ausgeführten Arbeiten kontrolliert und geprüft werden.
Wie weiter?
Warten wir ab wie die Neuorganisation geplant ist. Ist der Bedarf von Fr. 160'000 für die Instandstellung der Alten-bergstasse ausgewiesen? Die Meliorationswerke sind nun über 30 Jahre im Betrieb, nach dem 7 Jahresprogramm mit 4 Revisionen von ca. Fr. 25'000 gäbe es heute noch eine gute und zweckmässige Altenbergstrasse, selbst unter Berück-sichtigung der besonderen Umstände. Buchungsmässig sind die durch die BVG gebauten Werke abgeschrieben, aber wie können diese Anlagen für weitere 30 Jahre fit gehalten werden?
Instandhaltung ist mittlerweile ein Bildungsfach geworden wobei die Kostenminimierungen eine wichtige Rolle spielen. Auf Grund von Empfehlungen gibt es eine Reihenfolge: 1.Vorbeugende Instandhaltung (VI). 2. Erkennen von Fehlern und Schwachstellen. 3. Werterhaltende Revisionen, gem. Plan oder Abnützung. Je besser Pt. 1 und 2 betrieben werden um so tiefer die Kosten bei hohem langjährigem Nutzen. (Meliorationswerke sind technische Anlagen, wie eine Wasserversorgung oder Feuerwehrgeräte usw.)
Gespannt warte ich die Infoveranstaltung ab 

18.11.2015 Infoveranstaltung in der Krone
Von Gemeinderätin Anne-Marie Hänggi wurde der Werdegang des Projektes hauptamtliche Anstellung eines Gemeindewerk-Bauamtsleiters vorgestellt. Auf Grund der angekündigten Austritte oder Veränderungen ist eine neue Vollzeitstelle eine mögliche Lösung. Es wurden verschiedene kritisch Fragen  gestellt. Genügt das bisherige Kostendach oder welche zusätzlichen Kosten fallen später noch an zu den Fr. 80'000 für die Einrichtung des neuen Arbeitsplatzes.
Meine Meinung: Der Erfolg dieser neuen Aufgabe/Anstellung fällt mit der Besetzung Beziehungsweise der Fachkenntnisse und organisatorischen Fähigkeiten. Pikettdienste und Vertretungen können nur gut funktionieren mit klaren Rollenzuteilungen und Kompetenzen für Entscheide. Wer ist wann der Chef? Organigramm!?
Seitens des Gemeinderates wurde  bestätigt, dass die Vorbeugende Instandhaltung wichtig sei aber mit keinem Wort erwähnt welche Verbessungen für die langfristigen Ziele der Werterhaltung nötig sind.
Per Gesetz und Regeln ist der Gemeinderat sowohl für den Vollzug wie die strategische Ausrichtung verantwortlich, die operativen Aufgaben werden von den  entlöhnten Angesetllten mit ihren zugeordneten Pflichten ausgeführt.
Instandhaltung mit diversen Weiterbildung war über 35 Jahre mein Beruf, war insgesamt  über 20 Jahre mitverantwortlich auf Gemeindeebene für die Realisierung von Bauten und den damaligen Aufbau vom Unterhalt, bitte Sie geneigte Leser nochmals die Bilder und die Instruktionen nachzulesen und es würde mich ausserordentlich freuen ich könnte diese angesprochenen Anliegen bei den Behörden vortragen.